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Brücken bauen und Chancen geben

Roland Rauschmayer GmbH & Co. KG besucht soziales Projekt in Uganda

Schon seit mehreren Jahren engagiert sich der Pforzheimer Trauringhersteller Roland Rauschmayer im Kampf gegen globale Ungerechtigkeit und Armut.
Im Mai dieses Jahres spendete das Unternehmen mehrere Hektar Land an eine Primary School in Uganda, das bei der Versorgung der 600 Kinder als eine große Unterstützung dient.

Im September wurde das Land offiziell im Rahmen des Grundbucheintrags und notarieller Beurkundung in dem kleinen Dorf Bethlehem übergeben. Vera Zimmermann, Marketingmitarbeiterin von Rauschmayer, durfte sich vor Ort selbst einen Eindruck hiervon verschaffen, denn Frau Zimmermann wurde eigens im Auftrag von Roland und Chris Rauschmayer beauftragt, die Schule vor Ort zu besuchen um sicherzustellen, dass die Spende auch direkt bei den Betroffenen ankommt und das Land in den Besitz der Schule übergeht.

Mit einem freudigen Lächeln auf dem Gesicht und leuchtenden Augen, erklärt der Leiter der Bethlehem Parents Primary School (BPS), Mugisha Frederick Linous, was auf dem Land angebaut werden kann und wie der Anbau genau von statten geht. Dabei spielt er behutsam mit den kleinen Samen in seiner Hand, die in wenigen Monaten zu großen Maiskolben heranwachsen werden. „Der Mais wird dann getrocknet und in der schuleigenen Mühle zu Mehl verarbeitet, welches wir nutzen können, um den Kindern täglich Posho zu geben“, erklärt er Frau Zimmermann. Posho ist in Uganda das traditionelle Schulessen: mit Bohnen gemischt, bekommen die Kinder dieses Essen zweimal an jedem Tag. Variationen im Essen blieben bislang aus, da die Schule nicht die Mittel hatte, hochwertigeres Essen zu kaufen oder selbst zu produzieren. „Wir werden hier neben Bohnen und Mais auch noch ein paar Bananen anpflanzen. So können eventuell wenigstens die Lehrer ein paar Nährstoffe mehr erhalten“, so der Leiter der Schule.

Für insgesamt zweieinhalb Wochen ist Frau Zimmermann in Uganda. Sie möchte sich die Situation vor Ort genau anschauen, selbst mit anpacken und eventuelle weitere Unterstützungsmöglichkeiten herauskristallisieren, um Spenden und Hilfe im Namen von Roland Rauschmayer auch zukünftig gezielt zu platzieren. Geholfen werden kann nur dann, wenn die Mittel gezielt eingesetzt werden und auch da ankommen, wo sie am meisten gebraucht werden.

Dazu nimmt sie zum Teil sogar selbst am Unterricht teil und lernt hierbei, wie in Uganda über Landwirtschaft unterrichtet wird. „Die Kinder bekommen schon in der Grundschule eine theoretische Grundlage, wie man Landwirtschaft richtig betreibt. Da geht es um die verschiedenen Arten der Böden, wann man pflanzt und wann geerntet werden soll und welche Probleme auch gerade durch Klimaveränderungen auftreten können“, so Frau Zimmermann nach ihrer ersten Stunde in einer 5. Klasse. Diese Grundlagen sind in einem Land wie Uganda essenziell. Über 80 Prozent der Bewohner leben von der Landwirtschaft und auch in den kommenden Generationen wird sie eine entscheidende Rolle spielen.In ihren Ferien helfen die Kinder daher entweder in ihren eigenen Familien oder direkt an der Schule auf den Feldern mit. So können sie das Gelernte schon in die Tat umsetzen und bekommen von den Lehrern noch Tipps, was sie im praktischen Anbau beachten müssen – natürlich wird hier noch alles von Hand gemacht.
Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs von Frau Zimmermann liegt auf dem Unterrichten der Lehrkräfte in Sachen Computer. Vom Anschalten eines Laptops über die Textformatierung in Word bis hin zur Nutzung des Internets und einer eigenen E-Mail Adresse – in mehreren Einheiten über den Besuch verteilt, gibt Frau Zimmermann ihr Fachwissen an die Lehrer weiter, die zum größten Teil noch nie an einem Computer gearbeitet haben. In Kombination mit einer Laptop-Spende der Firma Rauschmayer bietet dieser Crashkurs die Möglichkeit, dass sowohl die Lehrer, als auch in naher Zukunft die Schüler selbst, an die Außenwelt besser angeschlossen sind und für ihre berufliche Zukunft Pluspunkte sammeln können.
In vielen Gesprächen mit den Schülern, Lehrern und Leitern der Schule, bekommt Frau Zimmermann einen Einblick darüber, wie das Leben an einer Schule in Uganda abläuft. „Es ist schon sehr anders als in Deutschland. Die Kinder lernen hier ohne Bücher, alles wird vom Lehrer vorgesagt und die Kinder wiederholen dann, was der Lehrer gesagt hat.“ Um an diesem Punkt anzusetzen, brachte Frau Zimmermann 2 große Koffer an Englischbüchern mit, so dass die Kinder die Landessprache von Uganda um einiges leichter lernen können.

Viele Kinder schlafen direkt an der Schule und gehen nur alle drei Monate für ein paar Wochen nach Hause zu ihren Eltern – falls sie überhaupt Eltern haben.“ Vor allem die (Halb-) Waisenkinder an der Schule fassen sehr schnell Vertrauen zu der Besucherin. Der Abschied nach 19 Tagen fällt auf beiden Seiten sehr schwer. „Eine weitere Unterstützung in den nächsten Jahren soll die Beziehung zu der Schule auf jeden Fall weiter stärken“, betont Frau Zimmermann. „Es ist eine tolle Verantwortung, Brücken zu bauen und Kindern eine Chance auf ein etwas besseres Leben zu geben.“

Die Primary School liegt in dem kleinen Dorf Bethlehem südlich von Masaka. Schon seit mehreren Jahren werden an der BPS neben Schülern, deren Eltern Schulgebühren bezahlen können, auch Straßenkinder und (Halb-)Waisen aufgenommen. Sie erhalten an der Primary School eine kostenlose siebenjährige Grundschulausbildung. In einem Entwicklungsland wie Uganda sind Eltern wie auch Schulleiter oft auf sich alleine gestellt, wenn es um die Bildung der kommenden Generation geht. Schulgebühren und fehlende finanzielle wie auch materielle Unterstützung seitens der Regierung, machen es für viele Menschen vor allem im ländlichen Raum unmöglich ihren Kindern eine gute Schulbildung zu bieten. Leiter und Lehrer der BPS wollen dieser Unmöglichkeit entgegenwirken und Kindern eine Schulausbildung ermöglichen, die von der Gesellschaft übersehen wird.

Die Rauschmayers versprechen, dass sie auch weiterhin ihre Augen auf die Betlehem Parents School in Uganda richten werden. „Denn um langfristig etwas bewegen zu können, müssen die Mittel gezielt eingesetzt und sichergestellt werden, dass die Unterstützung auch da ankommt, wo sie am meisten gebraucht wird. Das ist unser Weg zu helfen“, so Roland Rauschmayer.

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